Kontakt | Spendenkonten | Vorstand | Impressum

Pressemitteilungen



Stellungnahmen



Wichtige
Informationen




Aktuelle
Veranstaltungen



Rückblick
Veranstaltungen




Stellenangebote

STELLUNGNAHMEN

Hamburg, 27. Januar 2017

Stellungnahme des Deutschen Kinderschutzbundes LV HH e.V.
Ausreiseaufforderung/Abschiebung unbegleiteter minderjähriger, bzw. junger volljähriger Flüchtlinge aus Hamburg nach Afghanistan

Bezugnehmend auf die Tatsache, dass die Hansestadt Hamburg das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge bei der Rückführung von geflüchteten Menschen aus Afghanistan unterstützt, will der Deutsche Kinderschutzbund Landesverband Hamburg e.V. Folgendes zu bedenken geben:

Der Deutsche Kinderschutzbund LV Hamburg arbeitet seit vielen Jahren mit dem freiwilligen bürgerlichen Engagement der Hamburgerinnen und Hamburger. Teil dieses Engagements ist das Projekt Vormundschaften/ Patenschaften für unbegleitete minderjährige Geflüchtete, in dem sich mehr als 200 Bürger und Bürgerinnen der Hansestadt ehrenamtlich engagieren. Die Ehrenamtler werden durch den Kinderschutzbund Hamburg intensiv für diese Arbeit geschult und begleitet.

Seitdem die Senatorenregelung im Februar 2016 weggefallen ist, sind unter den afghanischen minderjährigen Menschen in Hamburg Angst, Verunsicherung und Unruhe entstanden, die auch für die engagierten Ehrenamtlichen, Pädagogen/innen der Jugendhilfe und uns deutlich sichtbar wurden.

Groß ist für die Geflüchteten das Bedürfnis, nach einem langen und beschwerlichen Fluchtweg hier „anzukommen“, um dann eigene Perspektiven für ein gelingendes Leben in Sicherheit und Freiheit entwickeln zu können. Dabei erfahren die jungen Geflüchteten viel Unterstützung, Fürsorge und Hilfe durch unsere Ehrenamtlichen. Die langjährige Erfahrung des DKSB LV HH e.V. in der Begleitung minderjähriger Geflüchteter zeigt deutlich, dass die Jugendlichen durch die Kontakte zu Privatvormündern zu einer guten Integration in unsere Gesellschaft finden.

Mit Sorge registrieren wir seit mehreren Monaten die Rückmeldungen der Ehrenamtlichen, dass die Verschärfungen im Asylrecht (Berichterstattung über Afghanistan als Land, in das Geflüchtete aus der Bundesrepublik rückgeführt werden können, Abschiebeandrohungen durch Ausreiseaufforderungen junger Geflüchteter) zu einer Bedrohung und Stagnation der Entwicklung dieser jungen Menschen führen. Die Möglichkeit, eine Lebensperspektive zu entwickeln, ist angesichts ihrer oft vielfachen Traumatisierungen die beste Beruhigung für die jungen Menschen.

Wir beobachten, dass den jungen Geflüchteten, die in der Regel in mehrfacher Weise schwer belastet sind, durch die Androhung der Abschiebung der Ankommens- und Integrationsprozess erschwert, wenn nicht gar unmöglich gemacht wird. In der Interaktion mit Betreuer/innen, Psychotherapeut/innen, Lehrer/innen, und Ehrenamtlichen äußern viele junge Geflüchtete afghanischer Herkunft immer wieder Gefühle von Angst, Hilflosigkeit und Ohnmacht.
Die jungen Menschen brauchen eine sichere Bleibe-, Wohn- und Zukunftsperspektive. Nur so können sie die Stabilität gewinnen, die sie als Voraussetzung für die therapeutische Aufarbeitung der schrecklichen Erlebnisse benötigen.

Irritiert, verärgert und besorgt äußern sich auch die in unserem Projekt ehrenamtlich tätigen Hamburgerinnen und Hamburger, die sich durch eine derart rigide politische Entwicklung in ihrem Engagement für die jungen Menschen vor den Kopf gestoßen fühlen.

Aus Kinderschutzsicht bitten wir darum, auf landespolitischer Ebene kreative Lösungen für die unbegleiteten minderjährigen und jungen volljährigen Geflüchteten afghanischer Herkunft in Hamburg zu finden, damit diese jungen Menschen eine menschenwürdige Chance in Deutschland bekommen. Wir meinen, dass dies nicht zuletzt der Tradition Hamburgs als weltoffener Stadt entspricht.

Vorstand des Hamburger Kinderschutzbundes

Aus aktuellem Anlass weisen wir nachfolgend auf eine Stellungnahme unseres Bundesverbandes hin:

13.02.2014

Stellungnahme Sukzessivadoption durch Lebenspartner

Das Bundesjustizministerium hat den Bundesverband zur Stellungnahme zum Gesetzentwurf zur Sukzessivadoption durch Lebenspartner aufgefordert. Bei dem Gesetzentwurf handelt es sich um die Umsetzung der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom Februar 2013. Der DKSB Bundesverband hat den Gesetzentwurf begrüßt, da durch die Möglichkeit zur Sukzessivadoption von Kindern durch Lebenspartner/innen die Kinderrechte gestärkt und die Situation der Kinder verbessert wird. Die bisherige Gesetzeslage benachteiligte die Kinder, deren Adoptivelternteil in einer Lebenspartnerschaft lebt, da sie rechtlich nur ein Elternteil hatten. In einem nächsten Schritt müsse nun das Verbot der gemeinschaftlichen Adoption durch Lebenspartner/innen aufgehoben werden. Die Stellungnahme finden Sie auf www.dksb.de.

Aus aktuellem Anlass weisen wir nachfolgend auf eine Stellungnahme unseres Bundesverbandes hin:

09. November 2012

DKSB lehnt Betreuungsgeld ab

Zur Verabschiedung des Betreuungsgelds durch den Deutschen Bundestag erklärt Heinz Hilgers, Präsident des Deutschen Kinderschutzbundes:
"In das Betreuungsgeld statt in Kitas und Tagespflege zu investieren ist ein Fehler. Der Deutsche Kinderschutzbund fordert stattdessen eine Qualitätsoffensive in Kindertagesstätten und der Kindertagespflege, damit alle Kinder unter drei Jahren eine optimale Bildung, Erziehung und Betreuung erhalten."

Der Deutsche Kinderschutzbund Bundesverband e.V. hat den Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld in seiner Stellungnahme vom 22.6.12 abgelehnt.
Diese Stellungnahme finden Sie hier.

Aus aktuellem Anlass weisen wir nachfolgend auf eine Stellungnahme unseres Bundesverbandes hin:

18. September 2012

Stellungnahme zur Beschneidung von Jungen

Das Urteil des Kölner Landgerichts zur Strafbarkeit eines Arztes, der an einem muslimischen Jungen eine Beschneidung durchgeführt hat, hat überall für ein enormes Aufsehen gesorgt.

Der Bundesverband des Deutschen Kinderschutzbundes hat sich mit einer Reihe von Expertinnen und Experten aus Medizin und Kinder- und Jugendpsychiatrie, mit namhaften Familien-, Straf-, Völker- und Verfassungsrechtlern beraten sowie mit den Vertreterinnen und Vertretern der muslimischen und jüdischen Religionsgemeinschaften ausgetauscht. Außerdem wurde das Thema mit vielen Politikerinnen und Politikern sowie mit vielen von Ihnen in den Orts- , Kreis- und Landesverbänden diskutiert.
Es hat sich gezeigt, wie wichtig eine verantwortungsvolle, sorgsame und respektvolle Kommunikation angesichts der teilweise aufgeregten und verletzenden Debatten ist.

Aauf der Basis aller Informationen und Gespräche und vor allem ausgehend von den Grundsätzen des Deutschen Kinderschutzbundes hat der Bundesvorstand am 15. 9. 2012 eine Stellungnahme erarbeitet und einstimmig verabschiedet. Diese Stellungnahme finden Sie hier.